Ein Urner wird Zentralpräsident

Der Urner Anwalt und Landrat Georg Simmen übernimmt das Präsidium des grössten Hörbehindertenverbandes der Schweiz. Barbara Wenk, die während 14 Jahren pro audito schweiz präsidierte, hatte an der DV des Verbandes am Samstag in Thun demissioniert.

Die Zeit sei nun einfach reif gewesen für einen Führungswechsel, begründete die langjährige Zentralpräsidentin ihren Rücktritt. Zu ihrem Nachfolger wählte die Versammlung den 37-jährigen Georg Simmen aus Realp UR. Simmen führt in Altdorf und Realp eine eigene Rechtsanwalts- und Notariatskanzlei, wirkt seit Juni 2007 als Datenschutzbeauftragter des Kantons Uri und ist FDP-Landrat im Kanton Uri.

Neue Ausrichtung
Georg Simmen ist wie Wenk schwer hörbehindert und benötigt hocheffiziente Hörsysteme, um seine verschiedenen Tätigkeiten ausführen zu können. Als neuer Präsident von pro audito schweiz will er sich weiterhin für die Belange von Menschen mit Hörminderungen einsetzen und den Kampf um günstigere Hörsysteme fortsetzen. Er sucht auch die Zusammenarbeit mit Akustikern und HNO-Ärzten. «Denn uns allen ist daran gelegen, hörgeschädigte Menschen mit den für sie geeignetsten Massnahmen in der Gesellschaft zu integrieren». Simmen möchte dem Verband zudem schlankere Strukturen geben, dessen Aufgaben neu definieren und sich zusammen mit allen dem Verband angeschlossenen Vereinen für die gleichen Anliegen einsetzen.

Christoph Künzler, Vizepräsident von pro audito schweiz, würdigte die Arbeit von Barbara Wenk, die sich während 20 Jahren, davon 14 Jahre als Präsidentin, für den Hörbehindertenverband ehrenamtlich einsetzte und zusammen mit dem Zentralvorstand und dem Ausschuss die Stossrichtung der Vereinigung festlegte. Wenk hat in ihrer Präsidialzeit viel erreicht: u.a. die gesetzliche Verankerung für die Möglichkeit von Ausschreibungen von Hörgeräten, die Erhöhung des Bekanntheitsgrades und Stärkung des Verbandes auch durch die Vernetzung von Ämtern, Politikern, Partnerverbänden, HNOÄrzten und der Hörgerätebranche. Barbara Wenk wird sich künftig bei der terzStiftung für Kultur und Bildung engagieren.

Neu in den Zentralvorstand gewählt wurden Edith Egloff, Audioagogin, Aarau, sowie Eva Staub, Bern, derzeit Juristin am Bundesverwaltungsgericht in Zollikofen. Neuer GPK-Präsident wurde Reinhard Brunner, Thun. Zurückgetreten sind GPK-Präsident Louis Scherer, Losdorf und GPK-Mitglied Gertrud Walther, St. Gallen.

Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz hatte die Delegierten willkommen geheissen. Organisiert worden war die Delegiertenversammlung von pro audito Thun – oberland ost.