Samichlausbesuch im Kolpinghaus

Der Einladung zur Chlausfeier des Vereins Hörbehinderter Uri waren viele Mitglieder, Freunde und Gönner gefolgt. Die Organisierenden warteten mit einem reichhaltigen Programm auf. Die Happy Singers, ein Frauenchor, verschönerten die Feier mit ihrem mehrstimmigen Gesang.

Für den besinnlichen Teil sorgten zwei Mitglieder des Vorstandes gleich selber. Sie trugen eine Legende des Hl. Nikolaus von Myra vor, illustriert mit Bildern aus dem entsprechenden Buch. Während einer großen Hungersnot erfährt Nikolaus, der Bischof von Myra, durch den Knabe Jonas, dass Schiffe im Hafen vor Anker liegen, die Getreide für den Kaiser in Konstantinopel geladen haben. Er bittet daher die Seeleute, einen Teil des Kornes auszuladen, um in der Not zu helfen. Diese weisen zuerst die Bitte zurück, da das Korn genau abgewogen beim Kaiser abgeliefert werden müsse. Erst, als Nikolaus ihnen verspricht, dass sie für ihr Entgegenkommen keinen Schaden nehmen würden, stimmen die Seeleute zu. Und tatsächlich, obwohl eine grosse Menge Korn ausgeladen wird, verändert sich das Gewicht der Ladung überhaupt nicht. Das in Myra entnommene Korn aber reicht volle zwei Jahre und kann sogar noch zur Aussaat verwendet werden.

Nun betrat der Samichlaus mit dem Schmutzli den Saal. Er lobte und tadelte den einen und anderen und liess durch den Schmutzli Mandarinen und Nüssli verteilen. Auf die Frage, ob jemand ein Gedichtli aufsagen könne, meinte eine ältere Frau, sie wüsste schon eins, aber dieses sei wohl nicht ganz salonfähig. Auch sonst ging es sehr lustig zu und her, denn der Samichlaus gestaltete seinen Besuch sehr humorvoll. Wer weiss, was noch alles ans Tageslicht gekommen wäre, wenn der Computer des Aktuars im August nicht einen Absturz mit totalem Datenverlust gehabt hätte, meinte er schalkhaft.

Die Happy Singers umrahmten die Feier mit frohen und besinnlichen Weihnachts- und Winterliedern. Obwohl es nicht so einfach ist, ohne Dirigentin a capella zu singen, wagten sie den Auftritt im Kolpinghaus, und brachten so ein festliche Stimmung in den Raum und in die Herzen. Mit den Teilnehmenden zu einem Chor vereinigt, ertönte zum Schluss noch ein allseits bekanntes Weihnachtslied.

Das Nachtessen aus Antoinettes Küche, Gehacktes mit Hörnli und Apfelmus, und das gemütliche Beisammensein und Plaudern rundeten die Feier wunderbar ab. Zum Abschied durften die Mitglieder noch den obligaten Grittibänz entgegen nehmen.