Geschichte

Gründungsdatum: Sonntag, 26. Februar 1939
Etwa 30 Hörbehinderte und einige Guthörende hatten sich zusammengefunden. Herr Karl Gisler, heute Pfarr-Resignat und Seelsorger im Altersheim Rosenberg Altdorf, begrüsste die Anwesenden, zur Gründungsversammlung. Technische Hilfsmittel fehlten, doch man wusste sich, mit der holen Hand oder einem Hörrohr zu helfen. Der junge, neugeborene Vorstand bestand aus sechs Mitgliedern: Präses Herr Karl Gisler, Kaplan; Präsident Herr Jost Püntener, Schumachermeister; Vizepr. Herr Ernst Küng Küfer, weiter Frau Josephine Furrer, Schneiderin; Frau Professor Schnyder-Ehringer; Frau Josephine Nell und Frau Elisabeth von Dach.

Der BSSV schenkte ein Startkapital von Fr. 200.- Schon am Freitag, den 20. Oktober 1939, so sagt der Chronist, konnte Sr. Ludwiga, von Ingenbohl mit dem ersten Absehkurs beginnen.

Unter den Wirren des 2. Weltkrieges scheint auch der Verein-Hörbehinderter gelitten zu haben.1943 und 1944 wurden Theaterbesuche organisiert; 1945 ein Ausflug nach Sisikon, 1946 nach Bauen und 1947 nach Muotathal; viel mehr lag damals aus finanziellen und verkehrstechnischen Gründen nicht drin.

Ein grosser Freund des Vereins-Hörbehinderter war sicher Herr Karl Gisler, bischöflicher Kommissar, der durch seine Teilnahme, sein Interesse und seine Sympathie zeigte. Herr Vogler, Kaplan leitete von 1947 bis 1954 die Geschicke des Vereins. Diverse Veranstaltungen, wie Kilbi und Advendsfeier sowie andere Aktivitäten gehörten ins Jahresprogramm.
Am 20. Februar 1949, zum 10jährigen Bestehen konnte ein kleiner Rückblick gemacht werden. So wurde in der Pfarrkirche in Altdorf eine Höranlage mit 20 Anschlüssen installiert, weiter wurde eine transportable Höranlage mit 30 Anschlüssen angeschafft, um den Mitglieder eine bessere Teilnahme an den Vereinsversammlungen zu ermöglichen.

Das Dreiländertreffen 1953 in Flüelen, organisierten die Urner.

Am 11. September 1960 gab sich der Verein neue Statuten.
Sogar mit der Durchführung des Fünfländertreffens wurde unser Verein beehrt. Der Kontakt zwischen Uri, Schwyz, Unterwalden, Luzern und Zug, förderte das Gefühl der Zusammengehörigkeit unter den Behinderten einerseits, stärkte aber auch den Wunsch der Dazugehörigkeit andererseits.

Wie es auch immer war; auf fette Jahre folgten magere. So sah es laut den Protokollen von 1951 bis 1962 aus.
Am 7. Januar 1962 trat der junge Vikar Ernst Spichtig an die Spitze des Vereins und der treue Arnold Krieg, schrieb seither, bis zum 29. April 1979, Hunderte von Seiten Protokolle. Einkehrtage, Reiseberichte durch Kurt Zurfluh, Lichtbildervorträge und vieles mehr, wurde angeboten. Am 15. März 1964 nahmen zirka 50 Personen an der Jubiläumssitzung teil.

1965 21. Februar, anwesend 40 Mitglieder, Vermögensbestand Fr. 324.45 In diesem Jahr nahm man am Ländertreffen auf dem Stoss teil und der Absehkurs von Franz Schmidig musste doppelt geführt werden. Wie konnte die Kasse dies vertragen?

Am 22./23. Juni 1968 fand in Altdorf die 48. Jahresversammlung des BSSV statt. Ein rühriges Komitee unter der Regie von Graziella Gisler-Canonica hatte musterhafte Organisationsarbeit geleistet. Auch wurde die kirchliche Feier, Katholiken und Protestanten sauber gelöst. Gemeinsam war das noch nicht möglich! Weniger gut konnte das Defizit von Fr. 900.- gelöst werden.

Mit dem Jahr 1969 tritt Vikar Hubert Zimmermann als Präses in den Vorstand des Vereins. Der Anfang der 70er- Jahre waren eher harzige Jahre. Die Präsesfrage war nicht gelöst, und auch mit der Kasse war es mühsam.

Am 26. Januar 1975 gab es einen Neuanfang. Herr Walter Camenzind brachte die Kasse wieder auf gesunde Füsse. Ein Legat von Selina Dätwyler mit Fr. 5000.–, dazu fleissige Arbeit brachte das Vereinsleben wieder auf Trab.

Am 9. April 1979 konnte der Verein ein kleines Vermögen von Fr. 7846.80 vorweisen.

Nun folgte die denkwürdige GV 1984, in der Linde in Flüelen; Käthy Jauch wurde als neues Mitglied in den Verein aufgenommen und weiter auch noch in der Vorstand gewählt. An der Vorstandssitzung vom 5. Juni 1984 wurde nun unser Käthy auch noch mit dem Präsidenten-Amt beauftragt. Der langjährige Präsident Josef Zberg, war amtsmüde und seine Demission unwiderruflich. Im weiteren liest man im Protokoll, dass unser Präses, Herr Karl Muoser, Pfarrer, dem Verein bereits schon 10 Jahre treu diente, seine Mitarbeit wurde sehr geschätzt und auch herzlich verdankt. Auch unserer lieben Frau Helena Kälin-Balmer war der Verein sehr am Herzen gelegen. Durch positive Impulse und neue Ideen half Sie mit, dem Verein die Zukunft zu sichern. Nun wurde wacker gearbeitet, organisiert und Mitglieder geworben. Der Verein Hörbehinderter Uri Altdorf begann zu erwachen und zu wachsen.

An der gutbesuchten Generalversammlung vom 17. März 1985 im Gesellenhaus war von zirka 30 Neumitglieder die Rede. Ebenfalls wurde über eine Statutenrevision abgestimmt welche einstimmig angenommen wurde. Der langjährige Präsident Josef Zberg wurde durch die GV zum Ehrenmitglied ernannt.

Die GV 1986 nahm wieder 26 Neumitglieder auf, unter andern das 100. Diese Ehre fiel unserer lieben, jungen und charmanten Ohrenärztin, Caroline Griesemer zu.
Nebst Werbung, Spiel, Ausfüge, Ablesekurs stand auch das Thema Ringleitungen in den Kirchen auf dem Jahresaufgabenblatt.

Am Sonntag den 12. April 1987 konnte der Verein Hörbehinderter Uri Altdorf im Kolpinghaus ihre 48. Generalversammlung abhalten. Weiter waren 11 Neueintritte zu verzeichnen. Eine neue, mobile Ringleitungsanlage wurde ausprobiert und somit auch getestet. Am 25. August wurde das Urner-Reusstal von einer grossen Unwetterkatastrophe heimgesucht, wie durch ein Wunder forderte dieses schreckliche Unwetter, zum Glück, keine Menschenleben.

An der GV 1988 wurde Frau Caroline Griesemer, unsere Ohrenärztin, einstimmig und mit Applaus in den Vorstand gewählt. Die Kassierin, Ruth Arnold schloss mit einem Reingewinn von Fr. 7000.- Und der langjährige Kassier und Ehrenmitglied Herr Camenzind überraschte die Versammlung, kurz vor seinen Ableben, mit der Finanzierung der neuen FM-Anlage.

Am Sonntag den 30. April 1989 durfte der Verein das 50. Jubiläum feiern. Leider konnte die aktive Präsidentin Käthy Jauch aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Sie musste eine schwere Herzoperation über sich ergehen lassen. Doch schon auf dem Weg der Besserung, wurde durch Herr Ruedi Grossmann eine telephonische Verbindung zur Patientin hergestellt, und unser Käthy konnte alle Versammlungmitglieder begrüssen. Vizep. Herr Lusser reichte aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt ein. Er wurde für seine langjährige Vereinstätigkeit im Vorstand zum Ehrenmitglied ernannt. Frau Selina Dätwyler beschenkte den Verein zum Jubiläum, mit einem Scheck von Fr. 5000.- Weiter war das Jahr 1989 eher ein Jahr der Genesung. Was auch einmal gut sein kann.

An der GV 1990 wurde Herr Ruedi Grossmann zum Vizep. gewählt und somit war der Vorstand wieder vollzählig. Die Kasse hatte sich in der Zwischenzeit auch gut erholt. Die Kassierin Ruth Arnold wurde auf eigenen Wunsch des Amtes entbunden. Zum Nachfolger konnte Herr Felix Gisler gewonnen werden. Die Mitgliederzahl wuchs wiederum um 21 Personen.

28. April 1991: Der Verein zählte nun 131 Mitglieder. Das Jahresprogramm sah einmal mehr sehr gefüllt aus.
1. Juni DV in Wädenswil, 29. Juni Wanderung ins Brunnital, 31. August Ausflug ins Tessin, 12. Oktober Flaschenweinjassen, 23. November Tag der offenen Tür, 22. Dezember Weihnachtsfeier, 22. Februar Fasnacht, 28. März Lottomatch und am 25. April 1992 GV . Offenbar gab es im Verein immer mehr zu Reden, denn aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 1.10.91 ist zu entnehmen, dass Frau Hermine Furger dem Verein ein Rednerpult geschenkt hatte, welches herzlichst verdankt wurde. Auch der Pegel der Vereinskasse stieg durch das Legat der Frau Sonja Jauch, um Fr. 3000.– Weiter, besuchten wieder 18 Personen den Hörtainigskurs.

Die 53. GV 1992 wurde einmal mehr im Kolpinghaus abgehalten. Der Verein war nun auf 152 Personen herangewachsen, was sehr erfreulich war. Leider demissionierte auch die Aktuarin Frau Käthy Lusser nach 8 Jahren , und Marianne Arnold nach 10 Jahren im Vorstand. Diese beiden Damen wurden durch Frau Edith Ghenzi als Aktuarin und Irene Müller als Beisitzerin ersetzt.

Generalversammlung vom 14. März 1993: Es durften wieder 18 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden.

Am Samstag, den 12. März 1994 wurde die 55. GV abgehalten. Beachtliche 52 Personen verfolgten den Verlauf der Vereinsgeschäfte. Einmal mehr zog es 14 Personen in den Verein, dessen Mitgliederzahl nun auf 170 herangewachsen war. Diesmal gab es einige Rücktritte so Vize. Ruedi Grossmann, Aktuarin Edith Ghenzi, Beisitzerin Ruth Arnold und Rechnungsrevisorin Marlis Bearth. Mit einem Blumenstrauss und einem Gutschein wurden die Arbeit der scheidenden Vorstandsmitglieder verdankt. Durch Wahlen wurde neu Eduard Wyrsch als Vize., Robert Amrein als Aktuar , und Lisbeth Bissig als Beisitzerin ersetzt. Es wurde wieder ein reichhaltiges Jahresprogramm aufgestellt, unter dem Motto „Über Vergangenes mach Dir keine Sorgen, dem Kommenden wende Dich zu“.

Die 56. Generalversammlung fand am 25. März 1995 statt, und wurde rekordverdächtig, von 63 Personen besucht. Unter den Gästen befand sich der damalige Landamann Alberik Ziegler. Es durften erfreulicherweise 30 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Ein interessantes Jahresprogramm wurde vorgelegt, welches bei den Mitgliedern sehr gut ankam. Ehrenmitglied Herr Ambros Lusser wurde uns durch einen tragischen Unfall entrissen.

1996: Die 57. GV lief wie am Schnürchen. Nur die Jahresrechnung schloss mit Mehrausgaben von Fr. 874.45, darum wurde der Jahresbeitrag angehoben und von grosser Mehrheit unterstützt. Der Kassier Felix Gisler hat sich im Sinne geäussert, dass er in zwei Jahren zurücktreten möchte. Dafür wurde vorgesorgt, und Rosi Würsch provisorisch gewählt, damit Sie sich auf das neue Amt einarbeiten konnte. Die Mitgliederzahl konnte wieder um 30 erhöht werden. Das 200. Mitglied fiel auf Frau Rosli Griesemer, Sie wurde mit einem Blumenstrauss geehrt und die Anwesenden erfreuten sich an der stetig wachsenden Mitgliederzahl. 1996 war aber auch als Ehrenjahr in die Vereinsgeschichte eingegangen. Der Verein Hörbehinderter Uri Altdorf hatte
die DV des BSSV, unter der OK Präsidentin Käthy Jauch mit vorbildlicher Organisationsarbeit und grossem BRAVO durchgeführt. Der ganze Vorstand war im OK vertreten und viele Mitglieder gaben Ihr Bestes.

Am Sonntag, den 16. März 1997 durfte die 58. GV im Kolpinghaus durchgeführt werden. Unter den Gästen waren RR Alberik Ziegler, Barbara Wenk Präs. der Vereinskommision des BSSV und Frau Hodel von der Firma Beltone AG. Es hatten sich wiederum 62 Personen in der Präsenzliste eingeschrieben, was sehr erfreulich war. Der Höhepunkt der Versammlung war sicherlich die Aufnahme von 75 neuen Mitgliedern. Wieder ein Rekord. Weiter wurde vom Vorstand eine Revision der Statuten von 1985 vorgeschlagen, welche an der GV 98 zur Abstimmung kommen werden.

Die 59. GV vom 22. März 1998 Es war der Tag der Freude, so hatte die Präsidentin diesen Tag getauft. Auch der Wettergott zeigte sein schönstes Gesicht. Es durften wieder 38 Mitglieder in unseren Verein aufgenommen werden. Wenn das so weitergeht, dann werden Platzprobleme für unsere Versammlungen auftreten. Sehr erfreulich war auch, dass erstmals eine Urnerin, in der Person von unserem lieben Käthy Jauch, in den Zentral-Vorstand des BSSV gewählt wurde. Etwas trüber wurde es, als das Demissionsschreiben von unserem guten und treuen Freund und Aktuar, Robert Amrein verlesen wurde. Ebenfalls demissionierte unser Fachmann der Kasse Felix Gisler und unsere gute Lisbeth Bissig. Das Aktuaren-Amt wird nun durch Irene Zurfluh versehen. Die Kasse wird Rosa Würsch übernehmen. Da unser Verein noch ständig wachsen werde, wurde auf Antrag des Vorstandes die Zahl der Vorstände auf 9 beantragt. Die Versammlung stimmte diesem Antrag zu und bestätigten auch die Personen in den Ämter. Neu in den Vorstand wurden Walter Zgraggen , Annemarie Wyrsch, Luzia Loretz und Bernadette Baumann gewählt. Weiter wurde der zurücktretende Rechnungsrevisor Werner Arnold durch Josef Arnold ersetzt Die revidierten Statuten wurden vorgelegt, und durch die Versammlung einstimmig angenommen. Einmalig war auch, dass nun die Urner, mit Annemarie Wyrsch eine eigene Absehlehrerin haben dürfen. Ich glaube das ganze Jahr 1998 war ein Freudenjahr.

(aus der Vereinschronik zum 60. Jahre-Jubiläum 1999)