Vereinsreise nach Naters VS

Die diesjährige Vereinsreise führte auf der Schiene der Matterhorn Gotthard nach Brig (Wallis). Nach einem kurzen Bummel durch die Gassen und einem feinen Mittagessen im Restaurant „Channa“ in Brig, brachte der „kleine Simplon Express“ die Reisegruppe durch historisch interessante Gassen von Naters zum Eingang des Museums. Auch der Wettergott zeigte sich von seiner guten Seite. Einzig beim Mittagessen prasselten einige Regengüsse auf das Zeltdach der Gartenwirtschaft.

Auf der Hinreise nutzen einige Personen den kühlen, nebligen Zwischenhalt in Andermatt, um sich im Wartesaal etwas aufzuwärmen. Der obligate Kaffeehalt fand diesmal im fahrenden Zug statt und schon im Goms heiterte das Wetter merklich auf. Die eingefleischten Bahnfahrer, besonders aber die eingeschworenen Automobilisten genossen die Zugfahrt.

Das Gardemuseum befindet sich in einer ehemaligen Festungsanlage oberhalb von Naters. Diese Gemeinde ist mit der Garde besonders verbunden, denn dieser Ort ist eine Hochburg ehemaliger und gegenwärtiger Gardisten. Roland Walker, ein einstiger Gardist, führte die interessierte und wissensdurstige Schar mit viel Sachverstand und Humor durch das Museum.

Die Abteilung „Geschichte Gegenwart – Zeitzeugen“ ist in einer 50 Meter langen ehemaligen Munitionshalle als Dauerausstellung eingerichtet. Auf einer Zeitachse begegnen einem die Gardekommandanten der letzten 500 Jahren im Portrait. Gegenüber sind Ereignisse aus Politik, Mode usw. dargestellt. Bemerkenswert ist, dass der erste Kommandant ein Urner war. Kaspar von Silenen erhielt von Papst Julius II. den Auftrag 100 Mann zu rekrutiert und in Rom zu befehligen. Gleich elf Mal stellten die Pfyffer von Altishofen den Kommandanten.

Die Abteilung „Die Schatzkammer der Garde“ beherbergt in verglasten Betongestellen viele persönliche Gegenstände, die Gardisten und deren Angehörige dem Gardemuseum übergaben. Es sind dies Fotoalben, Medaillen, Orden, Ausweise, Musikinstrumente, Uniformen und dergleichen. Selbst eine goldene Schallplatte der Gardemusik oder Wimpel, T-Shirts, Fussbälle etc. des FC Guarda können bestaunt werden.
Zum Schluss gab uns Herr Walker noch zwei mögliche Gründe an, weshalb ein junger Mann der Garde beitreten möchte: Vielleicht sei der Rekrut stark im Glauben oder es plage ihn Liebeskummer.

Nach dieser sehr spannenden Führung gab es noch eine Festungskanone mit Kaliber 10,5 cm zu bestaunen. Im Jahre 1992 seien mit ihr letztmals 12 Schuss abgefeuert worden. Nach Reklamationen aus der Bevölkerung habe man beim nächsten WK im Jahre 1994 auf weitere Schiessübungen verzichtet.

Frohgesinnt, mit vielen Eindrücken gespickt und langsam müde werdend, reisten wir am späteren Nachmittag über die gleiche Route ins Urnerland zurück.

Dem OK Claudia und Erika gebührt der aufrichtige Dank für diese super Organisation. Dieser Tag war ein Genuss von früh bis spät!

Der Aktuar
Adolf Betschart